Digital Signage

Digital Signage: der Bildschirm ist der einfachste Teil

Ein Display aufzuhängen dauert einen Vormittag. Dass danach jemand hinschaut, entscheidet sich woanders — bei Inhalt, Rhythmus und der Frage, wer den Bildschirm in sechs Monaten noch pflegt.

AHAlessandro Heller24. September 20262 Min. Lesezeit
Drei leuchtende Werbestelen mit farbigen Flächen auf dunklem Punkteraster, gepunktete Linien verbinden sie mit einem facettierten Körper in der Mitte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Hardware ist die kleinste Entscheidung im Projekt.
  • Ein Bildschirm ohne festen Inhaltsrhythmus zeigt nach vier Wochen noch dasselbe.
  • Leseabstand bestimmt die Schriftgröße — nicht der Geschmack.
  • Wer pflegt das Display? Diese Frage vor dem Kauf klären, nicht danach.

Ein Bildschirm ist schnell montiert. Genau deshalb wird er oft zuerst gekauft und danach überlegt, was darauf laufen soll. Das ist die Reihenfolge, die schiefgeht.

Nach vier Wochen sieht niemand mehr hin

Das Auge blendet Unveränderliches aus. Ein Display, das seit einem Monat dieselben drei Folien zeigt, ist für Stammkunden und Mitarbeiter unsichtbar geworden — es hängt noch da, aber es wirkt nicht mehr.

Dagegen hilft kein teureres Gerät, sondern ein Rhythmus. Wir legen vorher fest, was sich wöchentlich ändert, was monatlich, und was dauerhaft stehen bleibt. Drei Kategorien reichen.

Der Leseabstand bestimmt die Gestaltung

Wer drei Meter entfernt vorbeigeht, liest keine Fließtexte. Die Schriftgröße folgt dem Abstand, nicht dem Geschmack: je Meter Abstand etwa zwei bis drei Zentimeter Schrifthöhe. Alles darunter ist Dekoration.

Daraus folgt eine unbequeme Konsequenz: Auf eine Folie passt ein Gedanke. Nicht drei.

Wer im Vorbeigehen drei Sekunden hat, bekommt einen Satz. Alles andere ist eine Broschüre an der Wand.

Aus der Arbeit an Signage-Projekten

Die Frage, die vor dem Kauf kommt

Wer pflegt das? Wenn darauf niemand mit einem Namen antwortet, wird das Display in sechs Monaten dieselbe Weihnachtsaktion zeigen wie im Dezember. Das ist kein technisches Problem und auch keines des guten Willens — es ist eine Zuständigkeitsfrage.

Wir klären sie vorher und richten die Pflege so ein, dass sie ein paar Minuten pro Woche dauert. Alles, was länger dauert, wird nicht gemacht.

Was wir vorher festlegen

  • Wo steht der Bildschirm, und wie weit ist der typische Betrachter weg?
  • Was soll er bewirken — informieren, verkaufen, Wartezeit überbrücken?
  • Was ändert sich wöchentlich, was monatlich, was nie?
  • Wer pflegt ihn, und wie viel Zeit hat diese Person realistisch?

Diese vier Antworten kosten eine halbe Stunde und entscheiden, ob das Display nach einem Jahr noch etwas tut.

Was würde auf deinem Bildschirm laufen?

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Alessandro Heller

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