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Recruiting-Video: warum die Werkstatt mehr bringt als das Studio

Bewerber wollen sehen, wie die Arbeit wirklich aussieht. Was wir bei Drehs in Werkstatt und Ausbildungsbereich gelernt haben — und was ein Hochglanzfilm nicht leisten kann.

AHAlessandro Heller24. September 20262 Min. Lesezeit
Eine Lupe liegt über drei Bewerberkarten mit Personen-Symbolen, daneben ein aufgeklappter Laptop und ein Handschlag aus blauen Blöcken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fachkräfte entscheiden nach dem, was sie sehen — nicht nach dem, was im Text steht.
  • Der Drehort ist wichtiger als die Kamera: echter Arbeitsplatz schlägt Studio.
  • Ein Film reicht nicht. Aus dem Dreh müssen mehrere Formate entstehen.
  • Ohne Funnel dahinter verpufft auch das beste Video.

Wer Fachkräfte sucht, schreibt meistens zuerst eine Stellenanzeige. Dann eine bessere Stellenanzeige. Dann eine mit Emojis. Und wundert sich, dass nichts passiert.

Das Problem ist nicht der Text. Das Problem ist, dass niemand sich vorstellen kann, wie die Arbeit tatsächlich aussieht. Genau das lösen Videos — aber nur, wenn sie an der richtigen Stelle gedreht werden.

Der Drehort entscheidet, nicht die Kamera

Bei HEIBI Metall haben wir in der Werkstatt gedreht: am Schweißplatz, an der CNC-Fräse. Kein Studio, kein gestelltes Team vor weißer Wand. Wer sich für den Beruf interessiert, sieht in fünfzehn Sekunden, womit er es zu tun bekommt.

Beim Schüller Möbelwerk war es dasselbe Prinzip in den Ausbildungsbereichen. Ausbildung wird attraktiv, wenn man sie zeigt — nicht, wenn man sie behauptet.

Fachkräfte wollen nicht lesen, wie Arbeit aussieht. Sie wollen sie sehen.

Leitsatz aus dem HEIBI-Projekt

Ein Dreh, drei Formate

Der häufigste Fehler nach dem Dreh: Es entsteht ein Film, zweieinhalb Minuten, für die Website. Der liegt dann dort und wird kaum gesehen.

Aus einem Drehtag sollten mindestens drei Dinge entstehen:

  • Der lange Film für die Karriereseite — für die, die schon interessiert sind.
  • Kurzfassungen im Hochformat für Instagram und TikTok — dort entsteht die Aufmerksamkeit.
  • Einzelne Motive als Anzeigenmaterial, damit die Kampagne nicht nach zwei Wochen ausgebrannt ist.

Das ist keine Mehrarbeit am Set, sondern eine Frage der Planung davor. Wer hochformatige Ausschnitte erst im Schnitt bedenkt, hat den Bildausschnitt schon verloren.

Ohne Funnel bleibt es ein schönes Video

Ein Recruiting-Video ist ein Mittel, keine Maßnahme. Es braucht drei Dinge dahinter: eine Ausspielung, die die richtigen Leute im Umkreis erreicht; eine Seite, auf der man sich in zwei Minuten bewerben kann; und jemanden, der sich innerhalb von 48 Stunden meldet.

Die meisten verlorenen Bewerbungen gehen nicht beim Video verloren, sondern zwischen Klick und Rückmeldung.

Was wir vorher klären

  • Wen genau suchen wir — und was würde diese Person überzeugen?
  • Welche Arbeitsschritte kann man zeigen, ohne Betriebsgeheimnisse preiszugeben?
  • Wer vor der Kamera steht, und wer nicht will (das ist völlig in Ordnung).
  • Wohin führt der Klick, und wer antwortet dort?

Diese vier Fragen dauern eine halbe Stunde und entscheiden mehr über das Ergebnis als jede Kameraentscheidung.

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Alessandro Heller

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